Notgroschen: Wie Viel Sie Brauchen und Wie Sie Anfangen
Eine Autopanne, ein unerwarteter Krankenhausbesuch, ein Jobverlust — das Leben hält teure Überraschungen bereit. Ein Notgroschen macht den Unterschied, ob Sie eine Krise gelassen bewältigen oder in eine Schuldenspirale geraten. So bauen Sie Ihren auf, Schritt für Schritt.
Was ist ein Notgroschen?
Ein Notgroschen ist Geld, das ausschließlich für unvorhergesehene und dringende Ausgaben reserviert ist. Es ist kein Urlaubssparen, keine Geldanlage — es ist Ihr finanzielles Sicherheitsnetz.
Betrachten Sie ihn als Versicherung, die Sie an sich selbst zahlen. Wenn eine unerwartete Ausgabe anfällt, müssen Sie nicht auf den teuren Dispositionskredit, Konsumkredite oder geliehenes Geld zurückgreifen. Er ist auch ein wichtiger Baustein Ihres Finanzgesundheits-Scores.
Wie viel brauchen Sie im Notgroschen?
Die allgemeine Regel sind 3 bis 6 Monate wesentlicher Ausgaben. Der ideale Betrag hängt jedoch von Ihrer Situation ab:
- 3 Monate — bei stabilem Arbeitsplatz, doppeltem Haushaltseinkommen oder wenigen finanziellen Verpflichtungen
- 6 Monate — wenn Sie Alleinverdiener sind, selbstständig arbeiten oder Unterhaltspflichten haben
- 9–12 Monate — bei Arbeit in einer Nischenbranche oder unregelmäßigem Einkommen (Freelancer, Provisionen)
So rechnen Sie: Addieren Sie Ihre monatlichen Grundausgaben (Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Transport, Versicherungen) und multiplizieren Sie mit der Anzahl der Monate. Beim durchschnittlichen deutschen Nettoeinkommen von ~2.700 € und typischen Grundausgaben von ~1.800 € ergibt das: 1.800 € × 6 = 10.800 €.
Wo den Notgroschen aufbewahren
Ihr Notgroschen muss drei Regeln erfüllen: sicher, liquide und getrennt.
- Separates Tagesgeldkonto — die beste Option für die meisten. Kapital gesichert, sofortiger Zugriff, kein Risiko. Anbieter wie ING, DKB, Trade Republic oder N26 bieten aktuell rund 3 % Zinsen auf Tagesgeld. Vergleichen Sie regelmäßig — Stiftung Warentest (Finanztest) testet regelmäßig die besten Konditionen.
- Festgeld mit vorzeitiger Kündigung — etwas höhere Rendite, aber der Zugriff kann 1-2 Tage dauern. Akzeptabel für den Anteil über 3 Monate.
Wo NICHT aufbewahren:
- Ihr Girokonto (vermischt sich mit täglichen Ausgaben)
- Aktien- oder Fondsanlagen (der Wert kann genau dann sinken, wenn Sie das Geld brauchen)
- Unter der Matratze (keine Rendite, Verlustrisiko)
Von Null starten: praktischer Plan
Sie müssen nicht alles auf einmal sparen. Folgen Sie diesen Schritten:
- Setzen Sie ein Mindestziel: Beginnen Sie mit 1 Monat Ausgaben. Das motiviert mehr als direkt 6 Monate anzupeilen.
- Automatisieren: Richten Sie am Gehaltstag einen Dauerauftrag von Ihrem Girokonto (z. B. Sparkasse, Commerzbank) auf ein separates Tagesgeldkonto ein. Selbst 50 € im Monat machen einen Unterschied.
- Nutzen Sie die 24-Stunden-Regel: Warten Sie vor jedem nicht essentiellen Kauf über 50 € einen Tag. Das „gesparte" Geld fließt in den Notgroschen.
- Leiten Sie Extras um: Steuerrückerstattung, Bonus, Weihnachtsgeld — schicken Sie mindestens die Hälfte in den Notgroschen.
- Steigern Sie schrittweise: Wenn Sie 1 Monat erreicht haben, peilen Sie 3 an. Dann 6. Jeder Meilenstein ist ein Erfolg.
Häufige Fehler vermeiden
- Den Notgroschen für Nicht-Notfälle nutzen. Ein Black-Friday-Angebot ist kein Notfall. Legen Sie klare Kriterien fest: Gesundheit, Einkommensverlust, dringende Haus- oder Autoreparatur.
- Nach Nutzung nicht wieder auffüllen. Wenn Sie 2.000 € aus dem Notgroschen entnommen haben, sparen Sie wieder bis zum ursprünglichen Betrag.
- Auf „übriges" Geld warten. Bezahlen Sie sich zuerst — behandeln Sie das Sparen als fixe Ausgabe, nicht als das, was übrig bleibt.
- Zu viel sparen. 2 Jahre Ausgaben auf einem Tagesgeldkonto sind ineffizient. Über 6 Monate hinaus sollten Sie den Überschuss investieren — z. B. in einen ETF-Sparplan. Lesen Sie auch unseren Artikel über finanzielle Unabhängigkeit.
Wie econklar Ihren Notgroschen bewertet
Der econklar-Finanzbericht berechnet automatisch, wie viele Monate Ausgaben Ihr Notgroschen abdeckt. Im Bericht finden Sie:
- Aktuelle Deckung in Monaten (farbcodiert: grün, gelb oder rot)
- Idealbetrag basierend auf Ihren tatsächlichen Ausgaben
- Personalisierte Empfehlungen zur Erreichung Ihres Ziels
- Auswirkung des Notgroschens auf Ihre gesamte finanzielle Gesundheit
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